Erwerbungen

Zurück

Martin Kippenberger - Ohne Titel, 1991

1996 - Dauerleihgabe der Gesellschaft für Moderne Kunst

Martin Kippenberger wurde 1953 in Dortmund geboren und starb 1997 in Wien. Als schillernde und provozierende Persönlichkeit setzte er sich mit dem System des Kunstbetriebs auseinander, indem er verschiedenste Künstlerfiguren studierte. Maßgebend für sein Werk ist die fortwährende Abarbeitung an und Ironisierung sowie Hinterfragung von Themen und Traditionen der bildenden Kunst. Er inszenierte sich durch verschiedene Identitätsmodelle und Stereotypen wie beispielsweise den „Macho“, „Clubbesitzer“, „Manager“ oder den „Kreativ-Yuppi“. Immer wieder griff Kippenberger aktuelle Themen der Gesellschaft, Politik, Kultur aber auch der Geschichte auf.

Martin Kippenberger: Ohne Titel, 1991 © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Köln

Ohne Titel (Vögel und Panzer), 1991
Das Werk Ohne Titel (Vögel und Panzer) aus dem Jahr 1991 gehört einer Werkreihe an, die sich auf die Serie Krieg böse aus dem Jahr 1983 bezieht. Die Vorlage zeigt einen Panzerkreuzer, auf dem ein Weihnachtsmann als Wachposten positioniert ist. Kippenberger verhöhnte mit dem ironischen Titel Krieg Böse die Verharmlosung, die das öffentliche Bild der damaligen deutschen Friedensbewegung bestimmte. Seines Erachtens blendete diese gerne aus, dass die weltweiten Kriege nach 1945 nicht seltener, sondern nur weniger sichtbar geworden waren. Kippenberger kritisierte jegliche Realitätsflucht und naive Antikriegshaltung, indem er auf den Panzer einen Weihnachtsmann malte, der mahnend den Zeigefinger erhebt. 1991, also zwei Jahre nach dem Mauerfall, gab Kippenberger dieses Motiv an einen seiner Assistenten zur Weiterverarbeitung. Die neu entstehende Werkreihe zeichnete sich durch die Vergröberung und Vergrößerung der Vorlage aus. In der Arbeit Ohne Titel (Vögel und Panzer) wurde der Weihnachtsmanns durch einen Kanarienvogel bzw. Wellensittich ersetzt.

Zurück