Aktuelle Veranstaltung

Filmvorführung: Thomas Schütte – Ich bin nicht allein (92 Min.)
anschließend: Thomas Schütte im Gespräch mit Corinna Belz und Rita Kersting

Montag, 24. Juni 2024, 19 Uhr im Kino des Museum Ludwig

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung. Der Eintritt ist frei.

Mit Thomas Schütte – Ich bin nicht allein hat die Filmemacherin Corinna Belz ein einfühlsames Portrait eines der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Gegenwart geschaffen. Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren begleitet der Film den Künstler bei seiner Arbeit. Besuche in den Werkstätten machen seinen Schaffensprozess erfahrbar und geben den Menschen Raum, die zusammen mit Schütte an der Entstehung seiner Werke beteiligt sind. Immer wieder kommt der Film auf die Figur der Nixe zurück und zeigt ihre Entwicklung vom kleinformatigen Modell zur monumentalen Bronze. Parallel gibt Schütte einen seltenen Einblick in sein Archiv und die Entstehung seines Frühwerks, darunter wichtige Arbeiten wie Mann im Matsch oder Große Mauer. Die Dokumentation entstand zu einer spannenden Zeit, denn Thomas Schütte befindet sich mitten in den Vorbereitungen seiner großen Retrospektive im MoMA New York, die im September dieses Jahres eröffnet.

Im Anschluss an den Film führt Rita Kersting, stellvertretende Direktorin des Museum Ludwig, ein Gespräch mit Thomas Schütte und Corinna Belz.

Hier können Sie vergangene Vorträge online ansehen.

Thomas Schütte (*1954 in Oldenburg) hat von 1973–1981 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler und Gerhard Richter studiert. Aus dem Bestreben, sich von den dominierenden minimalistischen und konzeptuellen Ansätzen in der Kunst dieser Zeit abzuheben, entwickelt er ein vielfältiges Werk, das sich thematisch wie formal einer eindeutigen Einordnung entzieht. Figurative Plastiken und Skulpturen entstehen gleichzeitig mit konzeptionell-architektonischen Modellen, Keramiken, Glasarbeiten, Zeichnungen, Aquarellen, Fotografien und Drucken. Auf Einladung von Kasper König nahm Thomas Schütte 1981 an der Großausstellung Westkunst teil. Seither hat er vielfach international ausgestellt, u.a. im Kunsthaus Bregenz, im Moderna Museet, Stockholm, im Museum Folkwang, Essen, in der Fondation Beyeler, Basel, in der Serpentine Gallery, London, im Castello di Rivoli in Turin, in der Bundeskunsthalle, Bonn, im Museo Reina Sofia, Madrid und in der Fundação de Serralves in Porto. Thomas Schütte war mehrfach auf der documenta in Kassel vertreten (1987, 1992, 1997) und nahm seit 1987 an jeder Ausgabe der Skulptur Projekte Münster teil. 2005 wurde er auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Als eines seiner größten und ambitioniertesten Projekte eröffnete der Künstler 2016 eine von ihm konzipierte Halle in Neuss als Ausstellungsraum für zeitgenössische Skulpturen.

Corinna Belz hat als Autorin, Regisseurin und Produzentin zahlreiche Filme und Fernsehproduktionen realisiert, darunter: Die wirklichen Dinge passieren in der Nacht (1992), Leben nach Microsoft (2001) und Ein anderes Amerika (2002), womit sie für den Grimme-Preis nominiert und mit dem Filmpreis des Deutschen Anwaltvereins ausgezeichnet wurde. Auf ihren ersten Film über Gerhard Richters Werk Das Kölner Domfenster (2007) folgte die Kinodokumentation Gerhard Richter Painting (2011), die mit dem Deutschen Filmpreis in Gold geehrte wurde. Vor ihrem Film über Thomas Schütte kam zuletzt 2021 der abendfüllende Dokumentarfilm In den Uffizien über die Gallerie degli Uffizi in Florenz in die Kinos. Corinna Belz lebt in Köln und Berlin.

Abbildung: Filmstill Thomas Schütte – Ich bin nicht allein, 2023, Regie: Corinna Belz © David Wesemann