Aktuelle Veranstaltung

Kunst im Kontext #45:
Wozu taugen Sammlungen?
Kuratorische Abenteuer für das 21. Jahrhundert

Iwona Blazwick im Gespräch mit Magdalena Kröner (auf Englisch)

Montag, 1. Februar 2021, 19 Uhr (via Zoom)

Was bilden Sammlungen ab? Welche Geschichten erzählen sie? Können Sammlungsausstellungen selbst Kunstwerke sein? Die Kuratorin und Kunstkritikerin Iwona Blazwick hat maßgebliche Beiträge zur Präsentation von Sammlungen in Museen und Galerien geleistet, indem sie sie auf eine Reihe von kuratorischen Abenteuern entführte. Im Gespräch mit der Kunstkritikerin und Autorin Magdalena Kröner wirft sie einen kritischen Blick auf die aktuelle Sammlungspolitik, fragt, ob wir Kunstgeschichte ohne strikte Chronologie darbieten können, und ob in Sammlungspräsentationen eine Art von künstlerischem Experiment zu sehen wäre. Blazwick war im Jahr 2000 maßgeblich für die Eröffnung der Turbinenhalle und der Neuhängung in der Tate Modern (London) verantwortlich. Hier wird moderne Kunst nicht mehr in der zeitlichen Abfolge der „Ismen“, sondern nach Genres geordnet erzählt. Als Direktorin der Whitechapel Gallery in London, einem renommierten öffentlichen Ausstellungsort für aktuelle Kunst, hat Blazwick ein besonderes Ausstellungsformat für „Gastsammlungen“ ins Leben gerufen, bei dem sie Künstler*innen, Autor*innen und Gruppen dazu einlädt, private und öffentliche Sammlungen in der Whitechapel zu zeigen. Es entspinnt sich so ein interessanter, vielschichtiger Dialog zwischen Institution, Sammlung und Kulturschaffenden.

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Iwona Blazwick
Iwona Blazwick Foto: Christa Holka, Courtesy of Whitechapel Gallery
Magdalena Kröner
Magdalena Kröner Foto: privat

Iwona Blazwick

Iwona Blazwick ist eine britische Kuratorin, Kunstkritikerin und Dozentin. Von 1997 bis 2001 war sie Kuratorin und Ausstellungsleiterin der Tate Modern, seit 2001 ist sie Direktorin der Whitechapel Gallery in London. Hier hat sie neben anderen die Ausstellungen The Adventures of the Black Square (Die Abenteuer des Schwarzen Quadrats, 2015), Thomas Ruff: Photographs 1979–2017 (Fotografien, 2017) und Mark Dion: Theatre of the Natural World (Naturtheater, 2018) kuratiert. Sie ist Autorin zahlreicher Artikel und Bücher über moderne und zeitgenössische Kunst. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Cornelia Parker (2013), Jasper Johns: Shadow and Substance (Schatten und Substanz, 2013) und Carlos Bunga: The Architecture of Life: Environments, Sculptures, Paintings, Drawings and Films (Architektur des Lebens: Environments, Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Filme, 2019). Im März 2021 wird ihr neuestes, gemeinsam mit Richard Noble herausgegebenes Buch Liquid Sculpture: The Public Art of Cristina Iglesias (Skulptur im Fluss: Die öffentliche Kunst der Cristina Iglesias) erscheinen. Blazwick saß in verschiedenen Jurys, unter anderem beim Turner Prize (1993). 2008 war sie Gastjurorin beim Wolfgang-Hahn-Preis Köln und wurde im selben Jahr mit dem Orden des British Empire (OBE) ausgezeichnet. Sie erhielt Ehrentitel des Goldsmiths College, der London Metropolitan University, der Plymouth University und des Royal College of Art.


Magdalena Kröner

Magdalena Kröner arbeitet als freie Kunstkritikerin und Autorin in Düsseldorf und den USA. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Forschung zu Kunstszenen, die sich abseits der westlichen Kunstmetropolen entwickeln, etwa in China, Südafrika oder Südostasien. In jüngster Zeit konzentriert sie sich verstärkt auf die Entwicklung, Semantik und Ethik digitaler Kultur und Technologie und ihren gesellschaftlichen Ausprägungen. Sie publiziert u.a. in Frankfurter Allgemeine Quarterly, frieze, Monopol und Kunstforum International. Zu ihren Artikeln gehören Frauen an der Schwelle, Reportage zur Fotoszene in den arabischen Emiraten (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2012) und Ist es falsch, Robotern zu vertrauen? (Frankfurter Allgemeine Quarterly, 2020). Von 2005 bis 2015 hatte sie einen Zweitwohnsitz in New York und arbeitete von dort als freie Korrespondentin für deutsche Medien, u. a. Frankfurter Allgemeine Zeitung. Im Herbst 2021 wird sie als Thomas Mann Fellow im ehemaligen Wohnhaus Manns einige Monate in Los Angeles leben und arbeiten.