Aktuelle Veranstaltung

Kunst im Kontext #47:
Working Camera: (Gast-)Arbeit und Migration im Blick der Fotografie
Burcu Dogramaci

Working Camera: (Gast-)Arbeit und Migration im Blick der Fotografie

Donnerstag, 24. Juni 2021, 19 Uhr

Der Vortrag "Working Camera: (Gast-)Arbeit und Migration im Blick der Fotografie" von Burcu Dogramaci diskutiert Fotografien seit den 1960er Jahren, die sich dem Themenfeld Arbeit und Migration widmen. Anlässlich der ab dem 19. Juni 2021 laufenden Ausstellung "Vor Ort. Fotogeschichten zur Migration" im Museum Ludwig werden Bildproduktionen zu und von arbeitenden Migrant*innen in Deutschland, ihren Wohnverhältnissen und dem Arbeitsalltag besprochen. Das Museum Ludwig präsentiert in der Ausstellung in Kooperation mit dem DOMID (Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V.) Privatfotografien von Arbeitsmigrant*innen zwischen den Jahren 1955 und 1989, welche im Raum Köln und weiteren Städten des Rheinlands entstanden. Diese werden von Interviews der Leihgeber*innen über ihre persönliche Lebensgeschichte in der Stadt ergänzt und Fotografien des urbanen Lebens von Chargesheimer, Candida Höfer und Ulrich Tillmann aus der Sammlung des Museums gegenübergestellt. Die Fotos der Ausstellung zeigen den stetigen Wandel der Stadt durch ihre Bewohner*innen und rücken die Geschichten der Arbeitsmigrant*innen in den Fokus, wodurch vielfältige Fragen entstehen: Wie fotografierten sich Migrant*innen selbst als Stadtbewohner*innen und in welcher Weise verorten sie sich in der für sie neuen Stadt? Wie wird Arbeitsmigration im urbanen Raum in öffentlichen Fotografien zwischen 1955 und 1989 repräsentiert? Diese und weitere Fragen von Sicht- und Unsichtbarkeit, Fremd- und Eigenperspektive stellen sich auch mit Blick auf zeitgenössische Fotografien zu Feldarbeit und saisonaler Migration und sind Thema des Vortrages von Burcu Dogramaci.

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Burcu Dogramaci
Burcu Dogramaci Foto: Simone Scardovelli

BURCU DOGRAMACI

Prof. Dr. Burcu Dogramaci, geboren 1971 in Ankara, promovierte 2000 mit einer Dissertation über die Berliner Modegraphikerin Lieselotte Friedlaender. 2007 folgte dann die Habilitation in Hamburg mit einer Schrift über deutschsprachige Architekten, Stadtplaner, Bildhauer und Kunsthistoriker in der Türkei nach 1927. Seit 2009 ist sie Professorin am Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt bei den Themen Exil, Migration und Flucht in Geschichte und Gegenwart. Hierbei interessiert sie sich besonders für die Formen der Migration, die Konzepte und Ästhetiken einer Kunstproduktion des Exils, non-linearen und anachronistischen Historiographien, transkulturellen Vernetzungen sowie Theorien und Methoden einer Kunstgeschichte in Bewegung. 2013 gründete Burcu Dogramaci gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Birgit Mersmann die AG „Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration“ des Ulmer Vereins. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem mit dem Förderpreis des Aby M. Warburg-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg (2005), dem Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung für ihre Habilitationsschrift (2008), dem Preis für gute Lehre des Bayerischen Staatsministeriums (2014), und sie erhielt eine Förderung im Rahmen des ERC Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrates (2016). Im Zuge dieser Förderung forscht Burcu Dogramaci mit ihrem Team zu sechs globalen Metropolen als Ankunftsstädte für geflüchtete Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ihrem Projekt „Relocating Modernism: Global Metropolises, Modern Art and Exile“ (2017–2022). Neben ihren zahlreichen Projekten ist sie Autorin vielerlei Veröffentlichungen. Im Bereich Exil und Migration verfasste sie unter anderem folgende Publikationen: "Leave, left, left. Migrationsphänomene in den Künsten in aktueller und historischer Perspektive", Berlin: Neofelis 2020 (hg. mit Berenika Szymanski-Düll und Wolfgang Rathert); "Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie" (hg. mit Helene Roth), Themenheft Fotogeschichte Heft 151/2019; "Fotografie der Performance. Live Art im Zeitalter ihrer Reproduzierbarkeit", 2018 und "Netzwerke des Exils. Künstlerische Verflechtungen, Austausch und Patronage nach 1933", Berlin: Gebr. Mann 2011 (Hg. m. K.Wimmer).