Aktuelle Veranstaltung

Kunst im Kontext #53
Encumbrance
Vortrag von Cameron Rowland

Montag, 26. September 2022, 19 Uhr, im Kino des Museum Ludwig

Seit der ersten großen Einzelausstellung im Artist Space in New York im Jahr 2016 gilt Cameron Rowland (*1988 in Philadelphia) als eine der bemerkenswertesten Stimmen der aktuellen New Yorker Kunstszene. Rowlands konzeptuelle Arbeiten beschäftigen sich mit sozialer Ungerechtigkeit. Sie thematisieren Sklaverei und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart und legen die juristisch legitimierten, rassistischen Strukturen in der US-amerikanischen Gesellschaft offen. Rowland stellt sorgfältig ausgewählte Gegenstände und Dokumente aus und verweist mit kritischen Texten oder den Werk- und Ausstellungstiteln auf die Herkunft, die Produktionsbedingungen oder den Gebrauch der Objekte. Besonders ist, dass viele Werke Rowlands nicht gekauft, sondern lediglich geliehen werden können. Auf diesem Weg bleibt Rowland im Besitz der Arbeiten und unterläuft die Konventionen und Besitzverhältnisse des Kunstmarkts. 

Für das Museum Ludwig hat die internationale Gesellschaft für Moderne Kunst (International Society) das Werk Out of sight (2020) per Leihvertrag ausgeborgt. Die Arbeit besteht aus zwei Bügeleisen aus dem 19. Jahrhundert, die Sklav:innen bei der Arbeit im Haus ihrer Herr:innen verwenden mussten. In der Bildunterschrift von Rowland heißt es: "Irons with rattles built into their handles, called slave irons, were designed to be used  by the enslaved working inside the plantation house to iron the laundry of the masters. While out of sight, the rattle audibly signaled to the master that the slave was working continuously. Removing the rattle was a refusal of this oversight."

Cameron Rowland
Cameron Rowland "3 & 4 Will. IV c. 73", Institute of Contemporary Arts, London, 2020 Installationsansicht Cameron Rowland

Ähnlich wie die Texte sind die Vorträge Teil von Cameron Rowlands künstlerischer Praxis. Der Vortrag im Museum Ludwig stellt die Arbeit Encumbrance (2020) in den Mittelpunkt, die 2020 im Institute of Contemporary Arts, London zu sehen war.

Cameron Rowland

(*1988 in Philadelphia) lebt und arbeitet in New York. Rowlands Arbeiten waren unter anderem in Einzelausstellungen bei Essex Street / Maxwell Graham, New York (2021, 2014), im Institute of Contemporary Arts, London (2020), dem Museum of Contemporary Art, Los Angeles (2018), der Galerie Buchholz, Köln (2017), dem Établissement d’en face, Brüssel (2017), der Kunsthalle Freiburg, Schweiz (2016) und dem Artists Space, New York (2016) zu sehen. In diesem Jahr hat das Museum Brandhorst in München Cameron Rowland zusammen mit Carolyn Lazard (Junger Ankauf 2022) ausgestellt.

Hier können Sie vergangene Vorträge online ansehen.