Aktuelle Veranstaltung

Kunst im Kontext #44
On the Occasion of Elephant Memory
Diamond Stingily im Gespräch mit Rindon Johnson (auf Englisch)

Montag, 23. November 2020, 19 Uhr

Was kann niemals in Vergessenheit geraten? Wie kommt es, dass Stoffe, Erinnerungen, Bilder und Vorstellungen auf verstörende Weise in geteilte, ersehnte und imaginierte Geschichtsschreibungen einsickern? Was geschieht, wenn unscheinbare Auswürfe und Spuren des Lebendigen (eine Haarspange, eine Saftflasche, ein Film) hochgespült, verdreht, an einen anderen Ort verschoben und umgeformt werden? Diamond Stingilys skulptural-polyphone Praxis schmuggelt ebenso vertraute wie appellhafte Zeichen in die Risse von Institutionen, von
schläfrigen Seelen und sogar von Kapitalakkumulation. Stingily führt Betrachter*innen zu einem Ort, der zur Reflexion einlädt, zugleich emotional hoch besetzt ist, und lässt hier Sprache und Gestik sich erneut artikulieren. Dabei drängt sich ein Zusammenspiel von Licht, Architektur und unseren Imaginationen auf. Stingily, die in der Poetik des Schwarzen Amerika, sowohl des gestrigen wie des heutigen, heimisch ist, kennt in ihrer Arbeit wenige Anfänge, wenige Enden.
Um die Erwerbung und die Ausstellung von Elephant Memory (2019) zu feiern, wird die Künstlerin mit Rindon Johnson, einem in Berlin ansässigen Künstler, über ihre jüngsten Werke und die künstlerischen Absichten sprechen, die ihrer Arbeit innewohnen und sie antreiben.

Die Initiative Junger Ankauf hat 2020 die Arbeit Elephant Memory #27 (2019) von Diamond Stingily für das Museum Ludwig erworben. Sie ist in der aktuellen Neupräsentation der zeitgenössischen Sammlung des Museums zu sehen.

Weitere Informationen zum Vortrag

Diamond Stingily
Diamond Stingily Foto: Celeste Sloman für die The New York Times, 2019
Rindon Johnson
Rindon Johnson Selbstportrait, 2020

Diamond Stingily

Diamond Stingily wurde 1990 in Chicago, Illinois, geboren und lebt und arbeitet in Brooklyn, New York. Sie ist sowohl Künstlerin wie Dichterin. Ihr Werk hat sie in zahlreichen Lesungen, Performances, Gruppen- und Soloauftritten, Ausstellungen vorgestellt. Stingily arbeitet vor allem in den Medien Skulptur, Readymade und Video und beschäftigt sich autobiografisch mit ihren eigenen Erinnerungen. Oft benutzt sie Alltagsgegenstände und adaptiert sie zu neuen Kontexten, um Gegensätze zu vereinen. Ihre Kunst beschäftigt sich mit Identität,
Herkunft, sozialer Klasse, Geschlecht und Rassismus mit einem Unterton von Schmerz und Gewalt. Ihre jüngsten Arbeiten hat sie in den Einzelausstellungen Wall Sits im Münchner Kunstverein (2019); Doing the Best I Can im CCA Wattis Institute for Contemporary Arts, San Francisco (2019), Off Kedzie, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin (2019) und Life in My Pocket, ICA Miami, Miami (2018) gezeigt.


Rindon Johnson

Rindon Johnson ist ein amerikanischer Künstler und Schriftsteller. Er wurde in San Francisco, Kalifornien geboren. Nach seinem Studium an der New York University erhielt er 2018 seinen Master of Fine Arts in Sculpture am Bard College, State of New York. Johnson hat an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen u.a. in New York, Berlin, Los Angeles und San Francisco. In seiner multidisziplinären Kunstpraxis verwischen sich bewusst die Grenze zwischen Fotografie, Skulptur und Performance, indem er verschiedene Materialien wie Leder, Licht, Vaseline, Video, Fotografie und Holz verwendet, um Aspekte des Lebensraums, der Erinnerung und der Geschichte zu erforschen. Johnson hat für eine Reihe von Online- und Printpublikationen wie The Brooklyn Rail, Cultured Magazine, Hyperallergic und Artforum geschrieben. Zudem ist er Autor mehrerer Bücher, darunter Nobody Sleeps Better Than White People (2016) und dem Virtual Reality E-Book Meet in the Corner (2017). Johnson lebt und arbeitet in Brooklyn, New York, und Berlin.