Aktuelle Veranstaltung

Kunst im Kontext #46:
SIASAT
ruangrupa im Gespräch mit Magdalena Kröner

ruangrupa im Gespräch mit Magdalena Kröner (auf Englisch)

Sonntag, 25. April 2021, 12 Uhr (via Zoom)

„Siasat“ bedeutet auf Indonesisch „die List, die Strategie“ – ein Begriff, den das Künstlerkollektiv ruangrupa als Titel für sein Gespräch mit Magdalena Kröner gewählt hat. Nach der Ankündigung, dass sie die künstlerische Leitung der documenta fifteen übernehmen, erfuhr das Kollektiv ruangrupa große mediale Aufmerksamkeit. Aber was steckt eigentlich hinter dem Kollektiv? Wofür steht es und was ist seine Geschichte? Frei übersetzt bedeutet das Wort „ruangrupa“ in der indonesischen Sprache „Kunstraum“ oder „Raumform“ – hierbei deutet sich bereits der Ansatz des Kollektivs an. Sie realisieren gemeinschaftliche Kunstprojekte wie Ausstellungen, Festivals, Publikationen oder auch Online-Rundfunkformate. Als gemeinnützige Organisation fördern sie die Einbindung von Künstler*innen und anderen Disziplinen wie Sozialwissenschaften, Politik und Technologie. Vor allem öffnen sie mit ihrer Arbeit kritische Betrachtungen und Sichtweisen auf urbane Probleme der Gegenwart in Indonesien. Auf der documenta fifteen möchten sie, so ruangrupa in ihrem ersten Statement im Februar 2019, eine global ausgerichtete, kooperative und interdisziplinäre Kunst- und Kulturplattform schaffen. Sie möchten versuchen, auf heutige Verletzungen der Gesellschaft aufmerksam zu machen, die ihren Ausgang zum Beispiel in Kolonialismus oder im Kapitalismus haben, und diesen partnerschaftliche Modelle gegenüberstellen. Im Gespräch mit der Kunstkritikerin und Autorin Magdalena Kröner stellen farid rakun, Ade Darmawan, Reza Afisina und/oder Iswanto Hartono das Kollektiv, ihren Ansatz und ihre Projekte vor.

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ruangrupa, 2019, v.l.n.r. Ajeng Nurul Aini, farid rakun, Iswanto Hartono, Mirwan Andan, Indra Ameng, Daniella Fitria Praptono, Ade Darmawan, Julia Sarisetiati, Reza Afisina
ruangrupa, 2019, v.l.n.r. Ajeng Nurul Aini, farid rakun, Iswanto Hartono, Mirwan Andan, Indra Ameng, Daniella Fitria Praptono, Ade Darmawan, Julia Sarisetiati, Reza Afisina Foto: Jin Panji
Magdalena Kröner
Magdalena Kröner Foto: privat

ruangrupa

Das Kollektiv ruangrupa ist 2000 gegründet worden und in Jakarta, Indonesien ansässig. Im Kern bestehend aus zehn indonesischen Künstler*innen betreiben sie unter anderem im Süden von Jakarta den Kunstraum RURU Gallery. In der indonesischen Kunst- und Kulturszene sind sie schon lange ein etablierter und bekannter Name, auch international war das Kollektiv bereits an zahlreichen Kooperationsprojekten und Ausstellungen beteiligt. Dazu gehört die Gwangju Biennale (2002, 2018), die Istanbul Biennale (2005), die Asia Pacific Triennial of Contemporary Art (Brisbane, 2012), die Singapore Biennale (2011), die São Paulo Biennale (2014), die Aichi Triennale (Nagoya, 2016) und die Ausstellung „Cosmopolis“ im Centre Pompidou (Paris, 2017). 2016 hat ruangrupa SONSBEEK ’16: transACTION in Arnheim in den Niederlanden kuratiert. In 2017 war ruangrupa an der Documenta 14 mit ihrem dezentralen Radioprojekt „Every Time a Ear di Soun“ beteiligt, welches acht Radiosender weltweit vernetzte. Im Jahr 2018 gründeten sie GUDSKUL, ein Bildungs- und Vernetzungsprojekt für kollektive Praxisstudien (gemeinsam mit zwei weiteren, in Jakarta ansässigen Kollektiven, Grafis Huru und Serrum). 2022 übernehmen sie nun die künstlerische Leitung der documenta fifteen. Dies ist eine doppelte Premiere in der Geschichte der documenta: Zum ersten Mal übernimmt ein Kollektiv die künstlerische Leitung und zum ersten Mal stammt diese aus Asien.

Magdalena Kröner

Magdalena Kröner arbeitet als freie Kunstkritikerin und Autorin in Düsseldorf und den USA. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Forschung zu Kunstszenen, die sich abseits der westlichen Kunstmetropolen entwickeln, etwa in China, Südafrika oder Südostasien. In jüngster Zeit konzentriert sie sich verstärkt auf die Entwicklung, Semantik und Ethik digitaler Kultur und Technologie und ihre gesellschaftlichen Ausprägungen. Sie publiziert u.a. in Frankfurter Allgemeine Quarterly, Monopol und DIE ZEIT. Für Kunstforum International hat sie drei Bände herausgegeben: „Digital. Virtuell. Posthuman? Neue Körper in der Kunst“ (2019), „New York nach 9/11. Aktuelle Kunstszene New York“ (2007), und „Die Erfindung der Zukunft. Kunstszene Shanghai“ (2006).